Jeden Ostersonntag trotzen wir Musikerinnen und Musiker der Ortsmusik Hinterlobming dem Schlaf, um in dem mit „osterfeuerlichen“ Rauchschwaden verhangenen Tal einen Festtag zu begehen. Im Dorf bei der Familie Piechl ist Treffpunkt um 5 Uhr Früh, um mit einem ordentlichen Häferl Kaffee und selbstgemachten Köstlichkeiten die körperliche Grundlage für den Osterweckruf zu schaffen, einen Brauch, der jedes Jahr aufs Neue zu einem Erlebnis ohne Gleichen wird.

Seit Jahrzehnten bereits zieht die Musik an diesem wichtigen Tag von Haus zu Haus, um den Lobmingerinnen und Lobmingern persönlich die Osterwünsche zu überbringen. Genau genommen legen wir einen Großteil der Strecke auf zwei Traktoren zurück, die die langen Fußmärsche ersetzen. Es werden ohnehin schon genug Märsche geblasen, offiziell rund 50 an der Zahl. Da kommen bei dem einen oder der anderen zu Hause dann wohl auch noch ein paar dazu, wenn beim fröhlichen Ausklang mit heißer Suppe und Getränken im Gasthaus Jagawirt die Zeit übersehen und das Heimgehen auf später verschoben wird. Schließlich heißt es doch in einem unserer letzten Märsche, die wir auf unserem Weg spielen: „Lasset uns das Leben genießen, lasset uns recht fröhlich sein, denn die Stunden sie kehren nie wieder,…..“.

Vor dem Ausklang muss aber noch ein anstrengendes Programm absolviert werden. So bereiten die Dorfbewohner ihrer Musik Gott sei Dank alljährlich die eine oder andere Herausforderung, die es zu meistern gilt. Den Musikerinnen und Musikern werden Köstlichkeiten wie „Weich“fleisch und harte Getränke aufgetischt – neben der einen oder anderen „fetten Gschicht“ von unserem Max. Auch süße Versuchungen in Form von hausgemachten Likören sind dabei, die einem beim bloßen Gedanken schon das Wasser im Mund zusammen rinnen lassen.

So manches Trio eines Marsches wird mit Böllerschüssen begleitet, bei denen die weniger schussfesten Musikanten schon einmal ein Mundstück fast verschlucken. Als Wegzehrung gibt’s dann neben Schokolade manchmal auch ein gefärbtes Ei. Nicht immer ist es auch gekocht, was so mancher erst gemerkt hat, als er darauf saß. Das Fürchten lehren der Musik auch Hunde, selbst wenn nur samtener Konsistenz. So kommen im Laufe der Jahre manche Geschichten auf und neue Sonderbarkeiten dazu, sei es ein  „Zigeunerkuchenbrot“, der „Bienenstichmarsch“ oder die „Rühreimischung“.

Nichts dieser Dinge würden wir Musikerinnen und Musiker vermissen wollen. Sie alle und die Freundlichkeit und Großzügigkeit, mit der wir von den Lobmingerinnen und Lobmingern empfangen und bewirtet werden, machen den Ostersonntag nicht zu einer Verpflichtung im Jahreslauf, sondern zu einem freudigen Anlass, den niemand versäumen möchte!